Liebe Neumarkterinnen, liebe Neumarkter,

ich bedanke mich herzlich für Ihr Vertrauen in der Oberbürgermeisterwahl der Stadt Neumarkt! Gehen wir die Themen gemeinsam an:

Was schätzen Sie an Neumarkt?

Welche Themen bewegen Sie in unserer schönen Stadt?

Was wünschen Sie sich für die Zukunft und wo können wir besser werden?

Schreiben Sie mir.

Ihr Markus Ochsenkühn

Über Neumarkt

Die Stärken Neumarkts

Neumarkt verfügt über einige Stärken, auf die ich bei meinen Entscheidungen als Oberbürgermeister auch in den kommenden Jahren bauen möchte. Hier ist zunächst die ideale Größe der Stadt zu nennen, die sowohl städtischen als auch ländlichen Charakter besitzt und in der man alles bekommt. Dank eines sehr starken Mittelstands verfügen wir auch in Zukunft über gute Entwicklungschancen. Wir haben zum Glück viele Ehrenamtliche in Vereinen und Verbänden, die einen großartigen Dienst für unsere Gesellschaft leisten.

Was wir verbessern können

Trotzdem gibt es auch in Neumarkt einige Bereiche, in denen wir uns verbessern können. Hierzu zählen für mich vor allem folgende Punkte. Die Genehmigungs- und Plandauer bei Projekten ist viel zu lang. Es existiert keine Prioritätenliste für Projekte. Viele Projekte werden zunächst unter völlig falscher Kostenkalkulation, großer Hektik und hohem Entscheidungsdruck auf den Weg gebracht, bevor diese anschließend doch auf die lange Bank geschoben werden bzw. gänzlich im Sand verlaufen. In den letzten Jahren wurden zwar viele Küraufgaben (Schlossbad, Hochschule) angegangen, die Pflichtaufgaben einer Stadt wurden aber vernachlässigt (energetische Beleuchtung, Schulen, Turnhallen, Bodenbelag in der Altstadt, Vermeidung von Trinkwasser bei der Pflege von Grünflächen). Ein echtes Mitnehmen der Bürgerinnen und Bürger bei Entscheidungsprozessen und der Umsetzung von Projekten fehlt.

Themen und Ausblick

Als Oberbürgermeister möchte ich die folgenden wichtigsten Aufgaben der Daseinsfürsorge in den nächsten fünf Jahren angehen.

Zunächst haben wir gerade im Bereich der Infrastruktur einiges zu tun, wie etwa die Installation einer intelligenten und sparsamen Beleuchtung, die Ertüchtigung der Ortsteilfeuerwehren oder die Vermeidung von Trinkwasser bei gärtnerischen Tätigkeiten der Stadt. Darüber hinaus können wir beim innerstädtischen Verkehr eine stärkere Auslastung für den ÖPNV erreichen durch eine praxistaugliche Linienführung sowie einen Pendelbus, der z. B. zwischen dem Ärztehaus und dem Geschäftszentrum Nürnberger Straße oder dem Volksfestplatz pendelt. Außerhalb der Stadtgrenzen ist der Ausbau der B299 wichtig, weil dadurch zum einen das Sicherheitsproblem an der Rittershofer Kreuzung behoben wird und zum anderen die Bundesstraße für die Neumarkter Wirtschaft von Bedeutung ist. Hierzu gehört auch, den Verkehr an viel befahrenen Stellen im Fluss zu halten, wie etwa durch die Einrichtung von Bypässen am Pöllinger Kreisel.

Auch die Thematik Wohnen wird uns weiterhin stark beschäftigen. Hier benötigen wir eine zukunftsorientierte Wohnbebauung, die verschiedenste Aspekte berücksichtigt. Ebenso gilt es, die Energieversorgung durch Nah-/Fernwärme in die Wege zu leiten und an energetisch und wirtschaftlich sinnvollen Stellen zu verwirklichen. Verbesserungen in der Altstadt müssen angegangen werden. Dazu gehört es, die Aufenthaltsqualität durch Beschattung und Wasserwände zu verbessern sowie den Bodenbelag nutzerfreundlicher zu gestalten.

Grundsätzlich brauchen wir einen intensivierten Dialog mit der Jugend. Dies kann in einer jährlich abzuhaltenden Jugendkonferenz geschehen. Dadurch binden wir nächste Generationen stärker in unsere Entscheidungsprozesse mit ein. Die Attraktivität der Stadt für die Bürgerinnen und Bürger sowie unsere Gäste soll durch weitere Förderung kultureller Veranstaltungen gesteigert werden.

Zur konkreten Förderung unserer Unternehmen vor Ort braucht es einen direkten Ansprechpartner in der Verwaltung, um entsprechende Anliegen zeitnah bearbeiten zu können. Stichwort „Verwaltung“ – hier muss die Digitalisierung weiter ausgebaut werden (z. B. durch eine Bürger Neumarkt App) – zugunsten effizienterer analoger und digitaler Kommunikationsmöglichkeiten für die Bürgerinnen und Bürger.

Langfristige Entwicklung

Ich bewerbe mich jedoch nicht nur für die nächsten sechs Jahre als Oberbürgermeister, sondern habe auch längerfristige Entwicklungen der Stadt im Blick, die in enger Abstimmung mit der Bevölkerung geplant und durchgeführt werden müssen. Beim Thema Verkehrswende ist es mir wichtig, alle Verkehrsteilnehmer*innen gleich zu behandeln, anstatt sie gegeneinander auszuspielen. Das Auto wird in einer ländlichen Gegend auch künftig eine bedeutende Rolle spielen, genauso wie das Fahrrad oder der ÖPNV. Hier müssen wir als Stadt langfristig eine Infrastruktur anbieten, die allen Bürgerinnen und Bürgern ihre jeweils individuelle Mobilität ermöglicht.

Für den Bereich der Innenstadt gilt es, den sich derzeit in vielen Kommunen ab-zeichnenden langsamen Wandel genau zu beobachten. Der Trend geht nämlich vielerorts weg von der Einkaufsstadt hin zu einer attraktiven Innenstadt als Aufenthaltsort mit entsprechenden Dienstleistungen. Diesen Prozess gilt es auch für Neumarkt mit klugen politischen Entscheidungen zu begleiten. Außerdem braucht es in einer älter werdenden Gesellschaft auch verstärkte Ange-bote für Senioren, damit diese in Neumarkt ein möglichst selbstbestimmtes Leben führen können. Im Bereich der Energie müssen wir als Stadt den Ausbau eines Nah-/Fernwärmenetzes und von Solarparks unter Beteiligung der Bevölkerung anstreben, damit die Energiewende auch in Neumarkt zusammen mit der Bevölkerung gelingen kann.

Prioritäten setzen

Um diese und zukünftige Themen effizient und unbürokratisch abzuarbeiten, müssen wir aber auch Prioritäten setzen, damit wir Projekte schrittweise angehen können. Wir dürfen uns nicht überfordern, sondern müssen genau abwägen, welche Entscheidung zu welchem Zeitpunkt nötig ist, um das Beste für die Bürgerinnen und Bürger Neumarkts zu erreichen.

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